Gedanken zum Titelblatt Zum Titelbild Ein praller Kohlkopf (Sie mögen entscheiden, ob Rotkohl oder Blaukraut oder beides) streckt sich der Herbstsonne entgegen. Ein herrliches Bild für eine gelungene Ernte, - oder? Auch in diesem Jahr werden die Früchte der Ernte landauf, landab die Altäre schmücken. Manche Bauern konnten sich Ende August über eine gute Ernte von Karotten, Kartoffeln oder Weintrauben freuen. Andere waren an- gesichts der langen Trockenheit und der Hitze um Weizen und Mais in Sorge. Auch in diesem Jahr wird das bekannte Erntelied von Matthias Claudius (1740-1815) gesungen werden: „Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.“ (EG 508) Und doch fragen sich immer mehr Menschen nach diesem HitzeHerbst angesichts der Waldbrände und der ausgetrockneten Flüsse, ob wirklich noch alles in des „Himmels Hand“ liegt und wie viel der Klimawandel auch aus des Menschen Hand kommt. Viele resignieren auch, da angesichts der globalen Unvernunft das eigene Handeln so sinnlos erscheint, wie ein Sandkorn in der Wüste. Dann bauen wir eben Klimaanlagen gegen den Klimawandel und pflastern die Straßen mit Klimasteinen … Und doch möchte ich mir den Dank für Gottes Segen und Fügung nicht nehmen lassen. Seite 2 I Herbst 2026 Claudius dichtet den schönen Vers: „Gott wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot. Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“ Dass es auch in diesem Jahr wieder den Dank für die Ernte zu feiern gibt und alles im Leben, das wir im letzten Grund nicht beeinflussen können, ist nicht selbstverständlich. Dass wir genug zu essen haben, ja noch mehr, ist Gottes Segen, den er eingewickelt hat in Arbeit von so vielen Menschen, die daran beteiligt sind, bis alles zu uns kommt. Es bleibt ein Geschenk, unverfügbar, dass wir auf einer kleinen Erde in dem riesigen Univer- sum leben dürfen, in der es noch so viel Schö- nes zu sehen gibt. Grund zum Staunen gibt es immer wieder neu, Grund zum Danken, Tag für Tag. Grund auch, zu geben für die, die in Armut und Hunger leben. (Das Spendenkonto für Brot für die Welt finden Sie auf Seite 5.) Lassen auch Sie sich von Gottes Segen „einwickeln“, dass es so bleibt: „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn.“ Dr. Gunnar Sinn (Pfr. i. R.)